Die Stefan Mehler Gesprächstherapie

Wort für Wort wird alles besser

 

Fragen aus der Praxis

Meine Frau / mein Mann verbringt kaum noch Zeit mit mir.

 

Statt auf dem Sofa am Abend etwas zu kuscheln / ein nettes Gespräch zu führen, statt am Wochenende etwas zusammen zu unternehmen oder einfach nur mal gemeinsam Fernsehen zu gucken, läuft das Leben draußen als auch in unserer Wohnung fast ausschließlich nebeneinander her. Selbst die Mahlzeiten nehmen wir getrennt ein. Angeblich aus Rücksicht, weil ich chronisch krank sei und mich nach der Arbeit ausruhen muss. Ist das richtig so?

 

Nein, natürlich nicht! Es ist zwar schön, wenn ein Partner / eine Partnerin auf besondere Lebensumstände Rücksicht nimmt, doch hier läuft merklich einiges schief. In einer Paartherapie sollten möglichst bald die eigentlichen Gründe näher betrachtet und auch mit Glaubenssätzen aus der Kindheit abgeglichen werden. [Glaubenssätze entstehen durch Erziehung, Religion, gesellschaftliche Erwartungen, Schule und teilweise auch noch während der Berufsausbildung. Wir schleppen sie bewusst / unbewusst mit durchs ganze Leben. …] Sehen sich beide Eheleute in einer Selbstreflexion nach etwa ein bis zwei Therapiestunden in 3 bis 5 Jahren noch als Paar, sollte ein Programm entwickelt werden, wo wieder verstärkt gemeinsame Aktivitäten im Fokus stehen. Gemeinsame Ausflüge, Reisen, Spieleabende und so weiter.

 

 

 

Am Scheideweg trennt sich die Spreu vom Weizen

 

 

Ich will mich scheiden lassen. Nur wie sage ich es meiner Frau / meinem Mann?

 

Prüfe ob es unüberwindbare Brücken sind, die euch heute eher trennen als verbinden. Was hat euch damals zum Paar gemacht? Wann ist das gute Gefühl, die Freude entschwunden? Was ist heute anders?

 

Ist wirklich keine Basis mehr da, worauf man noch einmal aufbauen könnte, so ist eine Trennung wirklich besser und ehrlicher. Mach es! Eine Trennung auf Augenhöhe ist besser als weitere trostlose Wochen / Jahre als Bedarfsgemeinschaft nebeneinander. Letzteres wäre nämlich einfach so an Lebenszeit verschwendet. Reden wir darüber.

 

 

 

Kann man eigentlich auch Beziehungschaos temporär herunterfahren und in einer überschaubaren Downtime reparieren? Oder geht das nur bei Maschinen?

 

Bei Maschinen wissen wir, dass und wie es geht. Hier werden die Wartungsarbeiten in der Regel sogar vorher per Mail angekündigt: Aufgrund von Sicherheits- und Stabilitätskorrekturen müssen wir kurzfristige Wartungsarbeiten durchführen. … Im Rahmen dieser Wartungsarbeiten werden alle Systeme temporär heruntergefahren, um wichtige Aktualisierungen durchzuführen.

 

… Menschliches Chaos beginnt im Kopf und spiegelt sich in der täglichen Performance wider. Menschliches Chaos ist demnach in der Regel auch irgendwie reparabel. Jetzt moderierte Ordnung, Stabilität und Sicherheit buchen.

 

 

Wenn aus Liebe Verachtung wird

Es beginnt im Kopf mit Gedanken, die zu verletzenden Worten und nicht gerade selten auch zu Schlägen, Tritten und oder zur Sachbeschädigung führen. Wenn aus Maus oder Schatz schleichend du blöde Kuh, du dumme Sau etc. wird, und beim Gedanken an das (noch) nicht ausgesprochene Wort bereits Hassblasen vom Hirn bis runter in den Magen strömen, ist es an der Zeit in Therapie zu gehen. … Wenn nicht mehr für die sterbende Beziehung, dann doch zumindest für sich selbst.

Mein Mann / meine Frau hängt nur noch mit Freunden auf WhatsApp ab - und schickt ständig mir fremden Leuten Texte / Bilder aus unserer Wohnung oder Freizeit. Ist das normal?

 

Natürlich nicht! Aus virtuellen Freunden entstehen früher oder später echte Beziehungen - oder vertiefen sich durchs Smartphone erst so richtig. Das Handy ist rund um die Uhr das Scheunentor in das WERTVOLLSTE was man hat. Es ist das Tor in die Privatsphäre einer Familie / Partnerschaft. Denn beim "ich" bleibt es in der Regel nicht. Ganz davon abgesehen, dass der Versand solcher Bilder / Informationen die Rechte Dritter verletzen. Ihre Rechte und die Rechte Ihrer Kinder.